25.09.2004, Paul-Janes-Stadion : (Am.)

Der Holländer und der Muscheldoktor zurück im Paul Janes Stadion !!

Vorspiel:

Nach der gelungenen kleinen Geburtstagsfeier von Big T. stehen wir früh morgens um 12:30 auf, stärken uns mit einem Kaffee und los geht’s auf die Piste. Vor dem lattenknaller steht heute mal wieder unsere gute alte Fortuna auf dem Programm. Nach dem Festtag in der LTU-Arena ist dort wieder der Alltag eingekehrt, zwei Niederlagen ohne eigenen Treffer bei z. T. desolaten Leistungen. So geht es einem Aufsteiger, der in vollkommener Überschätzung der eigenen Fähigkeiten über den Rasen trampelt... So schön der Abend mit 38.000 Zuschauern in der Arena war, von der Event-getriebenen Hype-Gesellschaft in Düsseldorf war nichts mehr zu sehen. Dennoch waren wir wie immer froh gelaunt, als wir am Flinger Broich eintrafen. Ebenso die übrigen 4100 Zuschauer, die der Fortuna die Treue hielten und ins ehrwürdige Paul Janes Stadion pilgerten. Und was wir hier erlebten war bis auf das Ergebnis nicht nur sehr, sehr geil, sondern auch ein weiteres Signal, dass die hochtrabenden Pläne unserer Stadtoberen in völlig falsche Bahnen laufen.

Angesichts der drohenden Wolken entschieden wir uns für die Osttribüne, da sind wir noch nie naß geworden! 15 Minuten vor Anpfiff kaufen wir die Karten, altgewohnte 7 Euro, und schlendern zu den Stehplätzen auf Höhe der Mittellinie. Dort sichern wir uns erst mal ein gutes Frühstück, gute Stadion-Rostbratwurst und lecker frisches Altbier. LTU Arena? War da was ?? Warsteiner fresh?? Nie gehört! Noch vor dem Anpfiff sind wir in ernste Fachgespräche verstrickt und geben unserer Bewunderung Ausdruck für die grandiose Kulisse mit der Verbrennungsanlage hinter der Westtribüne. Herrlich !

Fuppes:

Das erste schmeckt immer am besten! Gleich nach Anpfiff erneut die Luft aus dem Becher gelassen, Prost ! Bis hierhin alles wunderbar. Ein Makel allerdings die fehlenden Daten im Stadionheft zum heutigen Gegner, den Amateuren vom HSV. Dessen neuer Wunderstürmer, Kucukovic, soll Toppi helfen seinen Job zu retten. Er darf am Sonntag bei den Profis auflaufen. „8 Tore in 8 Spielen“ weist mich meine Stadionnachbarin völlig richtig ein. Hab ich auch im kicker gelesen... Da weiß man allerdings nie, ob man sich ärgern soll, daß man so einen Spieler nicht zu sehen bekommt, oder freuen ob der gestiegenen Chancen für Fortuna. Wie auch immer, der HSV als Spitzenreiter auch ohne den neuen Kracher im Sturm sehr selbstbewusst und ballsicher. Bei der Fortuna nach einem ersten Angriff dagegen eher die Mauertaktik angesagt. Na ja, hinten drin und dann lang und weit nach vorn pöhlen. Wo ging unser guter Morales noch in die Lehre? Genau! Trapatoni, keine weitere Fragen... In die Lehre schienen auch einige Hamburger zu gehen, jedenfalls skandierten einige wackere Fortuna Jungens vor uns „Arschficker-Lehrling, du bist ein Arschficker Lehrling“. Ob damit der dreiste 4er mit der Pudelfrisur gemeint war oder doch der Schauspieler mit der 10 bleibt aber offen. So ging es vor uns auf und ab bis das Unglück seinen Lauf nahm. Nach zahllosen harmlosen Standards des HSV, gelang gleich beim ersten gelungenen Paß in die Spitze das Tor durch die schwarze Perle Mamoum oder so ähnlich. Aus unglaublich spitzen Winkel zirkelt er den Ball ins lange Eck. Da haben außer uns wohl auch ein paar Spieler am Vortag zu viel gebechert. Schlafmützen! Was soll man tun? Wir holen uns noch ein Bier. Und das hilft! Kurz vor dem Seitenwechsel rennt unser Goalgetter, der unvergleichliche Frank Mayer, einem hoffnungslosen Steilpass hinterher. Dabei schmeißt er sich dem Verteidiger in die Hacken, der prompt fällt und auch der Schiedsrichter fällt, nämlich auf die 1a Schwalbe herein. Wen juckt’s? Axel Bellinghausen, nach langer Verletzung endlich wieder von Beginn an dabei, haut das Ding unter dem schwachen Hamburger Keeper hindurch ins Netz. Endlich klang wieder das vertraute „Fortuna, Fortuna Düsseldorf“ durch das Rund.

Zufrieden kann man mal zur Rinne traben und für die zweite Hälfte auf Besserung hoffen. Die Hamburger zeigten sich allerdings unbeeindruckt, nicht dass sie ein Feuerwerk abbrannten, aber sie spielten gelassen und sicher, kontrollierten das Geschehen auf dem Platz. Folgerichtig auch das 2:1. Wieder pennt die gesamte Fortunatruppe im eigenen Strafraum, Mamoum läuft bis zur Grundlinie spielt nach hinten und ein anderer Blauer schiebt die Kugel über die Linie. Scheiße! Aber schnell das nächste Alt am Start und schon, man höre und staune, erneut der Ausgleich. Marcel Podszus nimmt einen feinen Paß von Pasini auf, ein Körpertäuschung, Ball von rechts auf links und wieder vorbei am Fliegenfänger des HSV. Zwei Spieler die sich zuvor in Harmlosigkeit übertrafen schafften also erneut den Ausgleich! Nun hofften wir auf einen glorreichen Heimerfolg, denn angetrieben von den Fans hatten die Fortunen nun ihre beste Phase. Aber klare Chancen blieben Mangelware. Dann gingen wir auf’s Ganze: 4 Biere, 4 Tore. Also nochmals die 10m zum Bierstand und aufgetankt. Kurz darauf fiel dann auch wirklich das nächste Tor. Aber schon wieder auf der falschen Seite. Der Schrank mit der 5 kickt eine Freistoßflanke am verdutzten Nulle vorbei ins kurze Eck. Was danach kam war wenig ansehnlich, die Fortunen ließen die Köpfe hängen und die Hamburger übertrafen sich mit schauspielerischen Einlagen auf die der schwache Schiedsrichter ein auf’s andere Mal hereinfiel. Kein Wunder, dass die Fans sich verarscht fühlten und dem 10er drohten: „Trocken in den Arsch, trocken in den Arsch, trocken, trocken, trocken in den Arsch“. Über das intellektuelle Niveau mögen andere urteilen, wir schreiben nur was wir hören. Denn die Wahrheit liegt auf der Tribüne!! Und sei'n wir doch mal ehrlich: deswegen gehen wir doch auch dorthin! Warum sich allerdings einige Fans über die fette Tüte beschwerten, deren süßer Duft zu uns nach oben stieg, bleibt auch mir ein Rätsel...

Nachspiel:

2:3! Schade, schade! Aber ein geiles Spiel, kein Regen, lecker Bierchen und die Hoffnung, dass es gegen etwas schwächere Mannschaften doch noch zum Erhalt der Liga reichen wird. Ab geht’s nach dem Spiel mit dem Knopf im Ohr zum lattenknaller, der kleine Muck wartet schließlich schon auf uns. Unterwegs noch der Ausgleich von Roy gegen Freiburg, lecker Weizen beim Inder eingepackt und vor die Kiste gehockt. Der Spieltag brachte zwar noch ein weiteres Ärgernis, nämlich das Gladbacher Unentschieden nach 2:0 Führung, ansonsten aber wenig Überraschungen. Vielleicht der hohe 4:1 Auswärtserfolg der Bremer Meisterspieler mit einem lupenreinen Hattrick von Heulsuse Klose. Wollen wir hoffen, daß sie davon etwas in die CL gegen Valencia retten können. Aber Hand auf’s Herz: Wer glaubt daran ?? Am Mittwoch werden die Werderträüme vom internationalen Fußball schon wieder ausgeträumt sein... Ach und die Bayern: na klar, die Freiburger waren mal wieder viel besser, keiner verstand warum die das Tor nicht trafen, und sie hätten ein Unentschieden verdient, spiel- und einsatzfreudig, bla, bla, bla. Gut mitgespielt haben die Kölner letztes Jahr auch ;-) Alleine das 2:1 von Frings zeigte eben die Unterschiede auf. So klappt es hoffentlich auch gegen Ajax. Schaun mer mal...

Der Muscheldoktor